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Sozialstaatsreform: Kürzungen in der Jugendhilfe:Caritas Bamberg übt scharfe Kritik an geplanten Kürzungen in Kinder- und Jugendhilfe

Die von der Bundesregierung angekündigten Einsparungen bedrohen vor allem schnelle, direkte und niederschwellige Hilfsangebote in der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe .
In einem Video, das der Diözesan-Caritasverband Bamberg e. V. (DiCV Bamberg) in dieser Woche in den Sozialen Medien veröffentlichte, sieht der Bamberger Diözesan-Caritasdirektor Michael Endres die von der Bundesregierung geplanten Milliarden-Einsparungen in der Kinder- und Jugendhilfe mit großer Sorge.
Datum:
Veröffentlicht: 17.6.26
Von:
Enno-Jochen Zerbes / KI

Kürzungen haben gravierenden Folgen

Insbesondere die vorgesehenen Kürzungen bei den Hilfen zur Erziehung würden aus Sicht des Wohlfahrtsverbandes erhebliche Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und Familien haben, die auf Unterstützung existenziell angewiesen seien, sagt der Bamberger Caritas-Chef sinngemäß in dem Video. Darin warnt Endres vor gravierenden Folgen für Kinder, Jugendliche und Familien in besonderen Notlagen.

„Es geht hier um Kinder und Jugendliche in besonders schwierigen Lebenssituationen“, betont Endres weiter. Betroffen seien junge Menschen mit psychischen Erkrankungen, schweren Verhaltensauffälligkeiten, drohenden Behinderungen oder erheblichen Problemen im schulischen und familiären Umfeld. “Für sie und ihre Familien müssen auch künftig ambulante, teilstationäre und stationäre Hilfen zur Verfügung stehen.“

Besonders kritisch bewertet Endres die Auswirkungen der von der Bundesregierung angekündigten Kürzungen auf den ambulanten Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Dieser ermögliche niedrigschwellige und direkte Unterstützung im Alltag und leiste einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien.

„Die ambulanten Hilfen fördern Lernentwicklung, soziales Verhalten und die Bewältigung von Alltagsproblemen. Werden diese Angebote eingeschränkt oder abgebaut, besteht die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche mit ihren Problemen allein gelassen werden“, so der Bamberger Caritasdirektor. Dies könne dazu führen, dass Problemlagen sich verschärfen und später deutlich kostenintensivere stationäre Hilfen erforderlich werden.

Öffentliche Jugendhilfeträger stehen in Verantwortung

Die Caritas fordert deshalb, die geplanten Kürzungen nicht umzusetzen. Gleichzeitig verweist der Verband auf die Verantwortung der öffentlichen Jugendhilfeträger. Die gesetzliche Verpflichtung zur Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien liege bei den Landkreisen und kreisfreien Städten. Viele Kommunen stünden jedoch bereits heute unter erheblichem finanziellem Druck.

„Wir verstehen die schwierige finanzielle Situation der Kommunen. Deshalb ist der Bund gefordert, Städte und Landkreise so auszustatten, dass sie ihrer Verantwortung gegenüber Kindern, Jugendlichen und Familien weiterhin gerecht werden können“, erklärt Endres.

Die Caritas in der Erzdiözese Bamberg appelliert an die politischen Entscheidungsträger, die langfristigen Folgen von Einsparungen in der Kinder- und Jugendhilfe zu berücksichtigen. Investitionen in frühe und passgenaue Unterstützung seien nicht nur gesellschaftlich notwendig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.

Das Video ist auf Instagram unter @caritas_bamberg abrufbar.