Frühjahrsammlung ‘26: Auftakt in Coburg:Quartiersarbeit verbindet Generationen

Mit einem Gottesdienst in der St. Augustin-Kirche zu Coburg beging der Diözesan-Caritasverband Bamberg gestern seinen feierlichen Auftakt zur Frühjahrssammlung 2026, die vom 2. bis 8. März stattfindet. Die Spendenerlöse fließen in die Caritas-Quartiersarbeit. Gespendet werden kann auch online unter caritas-bamberg.de.
„Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen.“
An der Gottesdienstgestaltung wirkten insbesondere auch die Mitarbeitenden des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Coburg mit. Frei nach dem Caritas-Jahresthema „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen.“ trugen Vertreterinnen aus allen Generationen die Fürbitten vor. Darunter befanden sich u. a. ehemalige BewohnerInnen des Coburger Kinderhauses, Jugendliche, Erwachsene sowie BewohnerInnen des Seniorenheimes St. Josef. Unter der Leitung von Lorenz Freitag sorgte außerdem eine Band für die sehr schöne kirchenmusikalische Begleitung.
Quartiersarbeit schafft Begegnungsräume für Jung und Alt
Die Erlöse der Frühjahrssammlung fließen in die Caritas-Quartiersarbeit. Sie bringt Jung und Alt zusammen, schafft Begegnungsräume und macht generationsübergreifende Solidarität im Alltag erlebbar. In zahlreichen Projekten engagieren sich Haupt- und Ehrenamtliche mit großer Hingabe – zum Beispiel beim Spielnachmittag in Creidlitz/Coburg, beim Pop-up-Biergarten in Roßtal oder beim „Planning-for-Real“-Projekt in Fürth. Insgesamt gibt es mehr als 40 weitere Projekte in der gesamten Erzdiözese, die Nachbarschaften stärken und sozialen Zusammenhalt fördern. Einen Projektüberblick liefert das Quartiersarbeitsportal der Caritas qua-wiki.de.
Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen bleibt generationenübergreifende Solidarität eine zentrale Aufgabe. Die Quartiersarbeit hilft Menschen, die Teilhabe suchen oder unkomplizierte Unterstützung brauchen – direkt vor Ort, unbürokratisch und nah am Alltag. Mit den Spenden soll die Quartiersarbeit konsequent weiterentwickelt und an neue Herausforderungen angepasst werden, um noch mehr Menschen in den Stadtvierteln und Nachbarschaften zu erreichen. Gespendet werden kann auch online über das Caritas-Spendenformular der Sozialbank.
„Gelebte Generationensolidarität teilen“
In der sehr gut besuchten St-Augustin-Kirche zu Coburg rief Ursula Kundmüller, stellvertretende Caritasdirektorin und Vorstandsvorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes Bamberg e. V., in ihrem Grußwort dazu auf, die gelebte Generationensolidarität der Caritas mit allen Menschen, die sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und einen starken Sozialstaat einsetzen, zu teilen.
So knüpfe auch das Thema der Frühjahrssammlung unmittelbar an das Motto der Caritas-Jahreskampagne 2026, „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen.“, an, sagte Kundmüller im Beisein zahlreicher Gäste, darunter u. a. der stellvertretende Coburger Landrat Christian Gunsenheimer, der 3. Bürgermeister der Stadt Coburg, Can Aydin, der geschäftsführende Vorstand des Regionalcaritasverbandes Bamberg-Forchheim, Peter Ehmann, sowie der geschäftsführende Vorstand des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Coburg, Norbert Hartz. Hinter dem Kampagnen-Motto stehe eine gewagte Gegenthese: „Nur zusammen geht Zukunft! Alt und Jung brauchen die gemeinsame Lust auf morgen, denn in unserer Gesellschaft des langen Lebens werden Kinder, Eltern- und Großeltern-Generation ein langes Stück des Wegs gemeinsam gehen“, sagte die stellvertretende Direktorin. Passend dazu würden hier und heute im Altarraum der St. Augustin-Kirche auch Anknüpfungspunkte zu dieser These sehr schön sichtbar.
Kundmüller bedankte sich beim Caritasverband Coburg für die sehr schöne Gottesdienstgestaltung sowie bei Pfarrer Peter Fischer, leitender Pfarrer des Seelsorgebereichs für die Stadt und den Landkreises Coburg, der den Raum für den Auftakt-Gottesdienst bereitstellte.
Mit gemeinsamem Fundament gegen Generationenkonflikte
Domvikar Gerd-Richard Neumeier, Hauptzelebrant des Gottesdienstes, appellierte anschließend an seine Zuhörerinnen und Zuhörer sowie an alle Menschen in der Erzdiözese Bamberg, dass eine humane Gesellschaft nur dort entstehen könne, wo Generationen nicht gegeneinander leben, sondern, gemäß Gottes Plan, im Miteinander gemeinsam den Weg in die Zukunft gehen. Er eröffnete seine Predigt mit einem Bild, welches den Aufbau einer Gesellschaft mit dem Bau eines Hauses, zu dem allerdings ein gemeinsamer Bauplan fehlt, verglich. Die Frage, die sich seiner Zuhörerschaft stellte: Was würde in dieser Situation passieren? „Die Jüngeren würden sagen: ‚Wir machen das schnell, wir sind kreativ!‘ Die Älteren würden sagen: ‚Wir wissen, was trägt, wir haben die Erfahrung!‘“, erklärte Neumeier. Die Folge: Am Ende wäre das Haus nicht perfekt. Nicht, weil einer der Seiten falsch liege, sondern weil das Miteinander der Generationen fehle. Mit diesen Worten deutete der Domvikar den Generationskonflikt an, der aktuell auch in der Gesellschaft zu beobachten ist. Aber: „Beide Gruppen würden sehr schnell merken, dass ein gemeinsames Fundament erforderlich ist, damit der Bau des Hauses überhaupt funktioniert.“
In dem Slogan „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen.“ stecke pure Überlebenskunst, so Neumeier weiter. „Denn eine humane Gesellschaft entsteht nur dort, wo Generationen nicht gegeneinander leben, sondern, gemäß Gottes Plan, im Miteinander gemeinsam den Weg in die Zukunft gehen und das Zukunftshaus gemeinsam gestalten.“
Etwas radikal Neues
Zur Erklärung dieser These griff Neumeier die „Verklärung Christi“ nach dem Matthäus-Evangelium auf. Danach erscheinen Jesus Christus, die zentrale Figur im Neuen Testament, in einem Moment strahlenden Lichtes und völliger Klarheit Mose und Elija. Dieses Ereignis bestätigt die alttestamentarische Prophezeiung, wonach Jesus Christus sich den Menschen als wahrer Gott und Mensch, als Messias und Sohn Gottes offenbart. Aus der Sicht von Neumeier zeigt diese Verknüpfung zwischen Altem und Neuem Testament: „Gottes Weg ist nicht ‚gestern erledigt‘ und ‚heute neu gestartet‘“. Stattdessen stehe in Gottes Plan ein einziger großer Zusammenhang im Vordergrund, der sich von Generation zu Generation weitertrage und fortwährend an der guten Gesellschaft für alle Generationen baue. „Zukunft ist bei Gott nie Abriss, sondern Erfüllung.“ Statt gegen das Vorher, baue Gott vielmehr auf dem Vorher auf und vollziehe dadurch trotzdem etwas radikal Neues. Um das zu tun, brauche es „das Gedächtnis, die Erfahrung, die weiß, was trägt und den Mut, der Neues wagt.“
Caritas „baut“ Zukunft
„Vor diesem Hintergrund ist Caritas nichts anderes, als eine Übersetzung des Evangeliums in den Alltag“, fuhr Neumeier fort. Denn durch ihre Arbeit verbinde sie Generationen ganz konkret - wenn junge Menschen spüren, dass sie gebraucht werden und Ältere erfahren, dass sie nicht abgeschoben werden. „In dieser Hinsicht ist Caritas ein Ort, an dem Zukunft nicht nur sprichwörtlich gebaut wird – denn tatsächlich packen viele Hände mit an, über alle Altersstufen hinweg. Und wo Generationen einander tragen, helfen, achten und als Gemeinschaft leben, da wird Gottes Licht glaubwürdig und erfahrbar. Weil Menschen im Miteinander an einer Verklärung, also fortwährend an der Umgestaltung der Welt zum Guten hin gemeinsam arbeiten“, schloss Domvikar Neumeier.
„Zeichen der Wertschätzung“
Zum Abschluss des Gottesdienstes bedankte sich Norbert Hartz, geschäftsführender Vorstand der Caritas Coburg, bei allen Anwesenden für ihr Kommen. Sein ganz besonderer Dank ging dabei an die Vertreter aus der kommunalen Politik: „Durch ihre Anwesenheit und das gemeinsame Feiern der Eucharistien, setzen sie ein Zeichen für das Miteinander der Generationen, aber auch ein Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit der Caritas Coburg“, sagte Hartz. Einen großen Dank sprach der Coburger Caritas-Chef auch seinen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden für die Vorbereitung und Gestaltung des Gottesdienstes aus. „Sie beweisen tagtäglich und im wahrsten Sinne des Wortes durch ihren Dienst: ‚Zusammen geht was‘. Dafür danke ich ihnen von Herzen“, sagte Hartz.
Mit einer Einladung der Gottesdienstbesucher zu einem kleinen Umtrunk fand der Auftakt der Frühjahrsammlung 2026 einen gelungenen Abschluss.